Tablet - Infrastruktur
Die Basis des digitalen Unterrichts am Friedrich-Gymnasium Freiburg ist eine mediale Infrastruktur, die orts- und zeitunabhängiges Lernen datenschutzkonform ermöglicht. Dabei wird seit dem Jahr 2016 auf eine minimalistische festinstallierte Medientechnik in den Klassenzimmern, eine hochwertige flexible Ausstattung aller Lehrer*innen und Schüler*innen (ab Klasse 8) mit Tablets, einen Schulserver mit Open-Source Cloud, Mail und Chat sowie ein Support-Konzept gesetzt.
Tablets für Lehrkräfte und Lernende
- Die Medienausstattung in den Klassenzimmern ist konsequent einheitlich und intuitiv bedienbar.
- Persönliche Lehrer-Tablets ersetzen starre und teure frontale Technikinseln und schaffen Raum für flexiblen, ortsunabhängigen Unterricht.
- Als multifunktionales Werkzeug bündelt das Lehrer-Tablet alle zentralen Funktionen – von der interaktiven Tafel über die Dokumentenkamera bis hin zum digitalen Klassenbuch.
- Ab Klasse 8 fördert eine zentral verwaltete 1:1-Tablet-Ausstattung das fokussierte Arbeiten.
- Um Bildungsgerechtigkeit zu garantieren, übernimmt die Schule die Finanzierung der Schüler-Tablets.
Tablets
für den Unterricht
a) Einsatz des Lehrer-Tablets
Problemstellung:
Eine Investition in teure und unflexible „Medieninseln“ in jedem Klassenzimmer – bestehend aus fest installiertem Computer, Dokumentenkamera und interaktivem Monitor – erweist sich in einem modernen Medienkonzept als nicht zielführend. Solche stark lehrerzentrierten Lösungen werden den Anforderungen an ein vernetztes, orts- und zeitunabhängiges Lernen nicht gerecht. Stattdessen benötigen Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler personalisierbare Tablets, die einen nahtlosen Wechsel zwischen dem Arbeiten in der Schule und zu Hause ermöglichen. Gerade die Erfahrungen aus dem Distanzunterricht zeigen, dass Lehrende und Lernende massiv von einheitlichen, zentral verwalteten schulischen Endgeräten profitieren.
Lösungsansatz:
Anstelle der kostenintensiven Installation starrer Medientische in jedem Klassenzimmer wird das Lehrpersonal mit persönlichen Tablets – inklusive digitalem Eingabestift und Tastatur – ausgestattet. Diese Geräte dienen einem nahtlosen Übergang zwischen der Unterrichtsvorbereitung zu Hause und der tatsächlichen Durchführung in der Schule. Als multifunktionales Werkzeug erweist sich das Lehrer-Tablet dabei schulart- und fächerübergreifend als äußerst vielseitig:
- Dokumentenkamera (z. B. Belkin Tablet-Halter)
- Interaktive Tafel (z . B. App: Good Notes)
- Lernmaterial + Cloud (z. B. App: PDF Expert)
- Gruppenbildung (z. B. App: Team Shake)
- Lautstärkenkontrolle (z. B. App: Lärmampel)
- Digitales Notenbuch (z. B. App: Teacher Tool)
- Digitales Klassenbuch (z. B. App: WebUntis)
Praxiserprobter Vorschlag
Am Friedrich-Gymnasium Freiburg unterrichten alle Lehrerinnen und Lehrer bereits seit dem Jahr 2017 mit einem eigenen Tabelt. Die einfache Administration und App-Verwaltung der 80 Lehrer-Geräte erfolgt zentral über die Mobilgeräteverwaltung des Kreismedienzentrums Freiburg. Das Konzept der Lehrer-Tablets wurde in Zusammenarbeit mit dem Amt für Schule und Bildung der Stadt Freiburg entwickelt und positiv evaluiert.
b) Einsatz von Schüler-Tablets
Durch den Einsatz von Lernplattformen, Live-Feedback-Apps, Sensoren und Erklärvideos in Verknüpfung mit zeitgemäßen methodischen Ansätzen kann der Unterricht emotional anregender, effizienter und wirkungsvoller gestaltet werden. Die sinnvolle Integration von digitalen Medien z. B. in den MINT-Unterricht führt bei Schülerinnen und Schülern zu einer höheren Motivation und zu besseren Schulleistungen [Hillmayer et al. 2020].
Für den spontanen Einsatz von mobilen Endgeräten im Unterricht benötigt jeder Schüler z. B. ab der 8. Klassenstufe ein eigenes mobiles Endgerät (1:1 Ausstattung). Der Einsatz von temporären Tablet-Koffern mit 30 mobilen Endgeräten ist möglich - hat sich aber in der Schulpraxis nicht bewährt.
1:1 Tablet Ausstattung statt BYOD
Der Vorteil von schuleigenen 1:1 Tablets im Vergleich zum BYOD-Smartphone ist der größere Bildschirm, mit dem längere Recherchen, genauere Analysen und komplexere Aufgabenstellungen möglich sind. Zudem enthalten schulische Tablets keine Mobilfunkverbindung, was eine größere Kontrolle der Schülerarbeit durch den Lehrer und ermöglicht. Kostenpflichtige Apps können von der Schule zentral eingekauft und über eine Mobilgeräteverwaltung (MDM) gleichzeitig auf alle Tablets installiert werden. Die Schule kann beliebige Restriktionen auf die Schüler-Tablets aufspielen (z. B. kein Zugriff auf den App-Store) und diese Restriktionen für jede Klasse individuell anpassen. Über die App „Classroom“ können die Lehrenden auf ihrem Lehrer-Tablet alle Tablet-Bildschirme der Schülerinnen und Schüler im Klassenzimmer beaobachten, die Aufmerksamkeit der Schüler auf eine App festlegen und Dokumente mit einem Klick an alle Schüler verteilen bzw. einsammeln.
Einführungsphase und aktuelles Tablet-Medienkonzept
Bei der Ausgabe der 1:1 Schüler-Tablets hat sich am Friedrich-Gymnasium Freiburg eine halbjährige Einführungsphase mit dem Verbleib der Tablets im Tablet-Schrank im Klassenzimmer etabliert. Weitere Hinweise sind im aktuellen Tablet-Medienkonzept (Schuljahr 2026/27) vorhanden: PDF.
c) Finanzierung von Schüler-Tablets
Immer mehr Schulen setzen auf eine 1:1 Tablet-Ausstattung von Schülerinnen und Schülern z. B. ab der 8. Klassenstufe.
Problematisch an einer solch umfänglichen digitalen Ausstattung ist der hohe Anschaffungspreis pro Tablet (ca. 600€ mit Zubehör und Software). Mit einem Eltern-Tablet-Leasing-Modell könnten sehr schnell und dauerhaft die Klassenstufen 8-12 mit Endgeräten ausgestattet werden. Dem steht allerdings die berechtigte Forderung nach Chancen- und Bildungsgerechtigkeit entgegen.
Digitale Bildung, insbesondere an einer öffentlichen Schule, darf nicht von der finanziellen Situation der Eltern abhängig sein. Der Bildungserfolg muss von der sozialen Lage entkoppelt sein.
Wünschenswert und sozialverträglich wäre es deshalb, wenn der Schulträger die Finanzierung der Schüler-Tablets zu 100% übernehmen würde.




